Interview: Uschi Glas

 

Frau Glas, zu Beginn des Schuljahrs ist mit Unterstützung der Sky Stiftung das Projekt sportZeit gestartet. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Es läuft äußerst erfolgreich – übrigens vom Start weg. Mittlerweile bieten acht Grundschulen mit zehn Kursen diese zusätzlichen Sportstunden an. Davon profitieren jede Woche rund 130 Kinder. Die Palette der angebotenen Sportarten reicht dabei von Handball über Fußball und Tischtennis sowie speziellem Sportförderunterricht bis hin zu Basketball, Tennis, Life-Kinetik und Yoga.

 

Wie kommt sportZeit an den Schulen und vor allem bei den Kindern an?

Die mögen das sehr. Im Schnitt nehmen zwölf Kinder pro Kurs an den angebotenen zusätzlichen Sportprojekten teil. Die Zwischenbilanz aus Sicht der Kinder und der teilnehmenden Schulen ist daher absolut positiv.

 

Nicht nur Kinder profitieren von sportZeit sondern sicherlich auch die Seniorinnen und Senioren, die als Trainer einspringen. Was hören Sie von dieser Seite?

Derzeit setzen wir zwölf aktive Seniorinnen und Senioren, in der Regel Fachübungsleiter beziehungsweise pensionierte Lehrer, im Rahmen von sportZeit ein. Bei denen ist die Begeisterung natürlich riesig, da die meisten von ihnen durch dieses Projekt wieder reaktiviert wurden und nun merken, wie viel Positives sie trotz ihres Alters immer noch bewirken können.

 

Wie läuft die Unterstützung durch die Sky Stiftung?

Das gesamte sportZeit-Projekt wird zu 100 Prozent durch die Sky Stiftung finanziert. Das bedeutet eine Kostenübernahme in Höhe von 24.000 € für insgesamt drei Jahre. Damit können wir das Projekt an acht Grundschulen durchführen. Mit den zusätzlichen Einnahmen durch das Charity Schafkopfturnier können wir das Projekt ab nächstem Schuljahr sogar noch ausweiten.

 

Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft werfen. Wie geht es mit sportZeit weiter, nachdem die Nachfrage an den Grundschulen so hoch ist?

Ich würde mir wünschen, das Projekt sportZeit an unseren Schulen auszuweiten. Die entsprechende Nachfrage ist da. Dazu bräuchten wir allerdings zusätzliche finanzielle Mittel in Form von Spenden, da unser Regelbudget für solche Angebote leider nicht ausreicht.

 

Bildung ist Ländersache und eine gesunde sportliche Betätigung sollte an unseren Grundschulen eigentlich selbstverständlich sein. Was fordern/wünschen Sie sich von den Ländern?

brotZeit wird derzeit von den Landesregierungen in Bayern und Hamburg finanziell unterstützt. Vom Land Berlin und vom Freistaat Sachsen gibt es entsprechende Zusagen. Allerdings haben all diese Förderungen gemein, dass es sich um Pilotprojekte der Länder, nicht um eine Regelfinanzierung handelt. Hierfür fehlen schlicht die passenden Förderrichtlinien. Wir wünschen uns daher eine flächendeckende Regelförderung unserer Projekte durch die öffentliche Hand.

 

Gerade wurde der dritte und letzte Teil von "Fack Ju Göhte“ gedreht. Sie haben also reichlich Kino-Erfahrung als Lehrerin. Könnten Sie sich vorstellen, auch selbst als Sporttrainerin bei sportZeit einzuspringen?

Wenn es nach meinen Interessen ginge, absolut. Ich treibe gern Sport, und beim Fußballgucken sagt mein Mann, ich sollte mich als Bundestrainer bewerben, weil ich immer so viele Ratschläge gebe. Aber im Ernst: Ich kümmere mich bei brotZeit um zahlreiche Projekte, dass dafür leider keine Zeit bleibt. Am Herzen liegt mir, dass der Schulsport grundsätzlich ausgedehnt wird. Denn das kommt viel zu kurz.